Chris

  • Ort:Scheeßel, Niedersachsen, DE
  • Über Chris Cochlea-Implantatnutzer
  • Art des Hörverlusts:Beidseitiger Hörverlust
    Progressiver Hörverlust nach Krankheit
    Postlingualer Hörverlust
  • Hobbys:Musik hören, Musik machen, Reisen, Sport

Meine Hörgeschichte


Als ich 7 Jahre alt war, gab es nach einer Mandeloperation Komplikationen, die sich auch auf mein Hörvermögen auswirkten. Drei Jahre später hatte sich mein Sprachverstehen weiter verschlechtert. Meine Mutter probierte alles, damit ich wieder besser hören konnte, wir pilgerten vom HNO-Arzt über den Psychologen bis zum Wunderheiler – leider erfolglos.


Weil mein Gehör immer schlechter wurde, wechselte ich auf eine Schule für Hörgeschädigte und studierte nach dem Abitur Kommunikationswissenschaften. Dank außergewöhnlich guter Fähigkeiten beim Lippenlesen konnte ich den Hörverlust halbwegs kompensieren. Heute verdiene ich meinen Lebensunterhalt als Software-Designer und Texter.

Dennoch gab es vermehrt Situationen, in denen ich Schwierigkeiten mit dem Verstehen hatte. Immer dann, wenn die Rahmenbedingungen nicht optimal waren, etwa wegen Nebengeräuschen, bei Dunkelheit oder wenn ich Sprecher nicht frontal sehen konnte.

Die Lösung in diesen Fällen waren Rückfragen, Dolmetscher und Improvisation.
Die Musik, die ich so liebte, entschwand mir immer mehr.
Ich hatte zwar schon von Cochlea-Implantaten (CI) gehört, doch aufgrund meiner schlechten Erfahrungen als Kind nach meiner Mandel-OP viel zu große Angst vor dem Eingriff. Und ich war nicht überzeugt, ob ein CI bei mir tatsächlich funktionieren würde.

Nachdem mich mein HNO-Arzt beraten hatte, ich zahlreiche positive Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen gelesen hatte und meine Mutter, meine Geschwister und meine Frau mich bestärkt hatten, wagte ich im Alter von 50 Jahren den Schritt zum Hören mit CI.

 

Mein Leben mit Implantat

Unmittelbar nach der Erstanpassung mit dem Implantat hörte ich bereits weitaus besser als mit Hörgeräten. Nur vier Monate später erreichte ich ein Sprachverständnis von 80% mit CI. Mit dem Hörgerät lag es bei 0%. Mittlerweile liege ich beim Satztest bei 96% Verstehen. Eine stationäre Reha war aufgrund meiner guten Hörleistung nie notwendig.

Das Implantat hat ausschließlich positive Auswirkungen auf mein Leben und meine Karriere, weil ich viel besser kommunizieren und sprechen kann als vorher. Auch meine Aussprache wurde deutlicher, weil ich mit dem Implantat Konsonanten verstehe. Es gibt außerdem viel hilfreiches Zubehör wie Induktionsschleifen und Tischmikrofone. Das Hörerlebnis ist hervorragend und erleichtert das Telefonieren, aber auch den beruflichen Alltag.

„Mit meinen Implantaten steht mir die Welt der Musik wieder offen!“

Telefonieren, ins Kino gehen, Lautsprecherdurchsagen verstehen, an geselligem Zusammensein teilnehmen, Fremdsprachen verwenden, im Dunkeln verstehen, nicht mehr von den Lippen ablesen müssen, an beruflichen Meetings teilnehmen, all das kann ich mit meinen Implantaten heute wieder. Die Liste ließe sich unendlich verlängern.

Vor allem kann ich wieder Musik hören und musizieren. Mit meinen Implantaten steht mir die Welt der Musik wieder offen.

Kurzum: meine Lebensfreude stieg durch das wieder Hören können enorm.

 

Meine Aufgabe als HörPate


Ich habe vermutlich aus Angst zu lange mit meiner Cochlea-Implantation gewartet. Diese Angst will ich anderen Menschen nehmen, denn sie ist unbegründet.

Mein wichtigster Tipp

Positiv denken und Geduld haben! Niemand muss Angst vor einem Hörimplantat-Eingriff haben. Das CI ist eine tolle Lösung, wenn mit Hörgeräten kein ausreichendes Sprachverständnis mehr möglich ist und eine Implantation aus medizinischer Sicht sinnvoll und erfolgversprechend ist.

Hörpate Chris teilt seine detaillierten Erfahrungen auch in seinem Blog http://implantastisch.de