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Hörpatin Carola

  • Ort:Potsdam, DE
  • Über CarolaCochlea-Implantatnutzerin
  • Art des Hörverlusts:Beidseitiger Hörverlust
    Progressiver Hörverlust
    Postlingualer Hörverlust
  • Hobbys:Reisen, Radfahren, Filme, Theater

Meine Hörgeschichte

Mit 50 Jahren fiel mir auf, dass ich hohe Töne nicht mehr höre. Ein Hörtest bestätigte dies, und ich bekam daraufhin mein erstes Hörgerät. Einige Zeit später folgte das zweite. So hörte ich viele Jahre lang, doch ich merkte, dass meine Hörleistungen immer schwächer wurden. Diese subjektive Einschätzung bestätigten sowohl mein Mann als auch mein HNO-Arzt und der Hörgeräteakustiker. Cochlea-Implantate kamen für mich dennoch nicht in Frage. Zu groß war meine Angst vor der Operation – davor, den Kopf aufgebohrt zu bekommen. Und zu groß waren die Zweifel, dass die Implantation erfolgreich sein würde.

Doch 20 Jahre nach meinen ersten Hörgeräten musste ich mir selbst eingestehen, dass sie mir einfach nichts mehr brachten. Ich konnte nicht mehr telefonieren und verstand bei Zusammenkünften mit Familie und Freunden nichts mehr. Auch die geliebten Kino- und Theaterbesuche waren aufgrund meines hochgradigen Hörverlusts nicht mehr möglich. So entschied ich mich nach eingehender Beratung mit meinem Mann, CI-Ingenieuren, meiner HNO-Ärztin und Akustikerin zu einer Implantation.

Mein Leben mit Implantat

Dr. Mlynski von der HNO-Klinik Rostock setzte mir im Alter von 70 Jahren auf meinem linken Ohr ein Cochlea-Implantat. Meine Angst vor der Operation, so stellte ich im Nachhinein erleichtert fest, war völlig unbegründet. Ich hatte auch nach der OP keinerlei Schwierigkeiten.

Gespannt wartete ich auf die Erstanpassung, in der sich zeigen würde, ob die Implantation von Erfolg gekrönt war. Und das war sie! Sofort nach der Erstanpassung habe ich wieder relativ gut gehört. Was für ein großes Glück, welches Glücksgefühl! Ich höre Vogelstimmen wieder und vieles, was vorher unmöglich war. Ich kann auch wieder telefonieren. Das hatte in den letzten 5 Jahren mit Hörgeräten nicht mehr geklappt, daher hatte das immer mein Mann für mich übernehmen müssen.

Meine Angst vor der Operation war völlig unbegründet. Ich bin jetzt wieder in der hörenden Welt. Ich hätte den Schritt schon viel eher machen sollen.

Meine Kommunikationsfreude ist zurückgekehrt. Bei Zusammenkünften mit Freunden und Familie kann ich wieder aktiv mitreden. Auch ins Theater und Kino gehe ich mittlerweile wieder. Zwar verstehe ich hier nicht immer alles, und auch Musik erlebe ich noch nicht ganz so wie früher, doch ich bin zuversichtlich, dass sich das mit der Rehabilitation bessert. Seit meiner Implantation mache nehme ich an einer Langzeitrehabilitation in Potsdam teil. Ich verwende außerdem eine Teleschlinge, die mich beim Telefonieren, Fernsehen und Musikhören unterstützt.

Meine Aufgabe als HörPatin

Ich kann mir vorstellen, dass gerade ältere Leute Angst vor der Entscheidung haben, eine CI-Implantation zu wagen. Das war auch bei mir selber so. Ich möchte sie aufgrund meiner so positiven Erfahrungen ermutigen, den Schritt zum Cochlea-Implantat zu tun.

Mein wichtigster Tipp

Die Angst vor der Operation soll Betroffene nicht von einer Implantation abhalten. Ich hätte den Schritt schon viel früher machen sollen. Durch diese unbegründete Angst habe ich einige Jahre in der hörenden Welt versäumt.