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Hörpate Max

  • Ort:Würzburg, DE
  • Über MaxCochlea-Implantatnutzer
  • Art des Hörverlusts:Beidseitiger Hörverlust
    Angeborener Hörverlust
    Prelingualer Hörverlust
  • Hobbys:Rugby, Musik

Meine Hörgeschichte

Ich bin schon seit meiner Geburt taub. Warum genau, weiß man nicht, aber eine Vermutung ist, dass es an einer Grippe während der Schwangerschaft liegt. Eigentlich ist das auch nicht wichtig. Wichtiger ist, dass ich bereits mit 2 Jahren mein erstes Cochlea-Implantat (CI) bekommen habe. Noch im Krankenhaus ist meinen Eltern eine Broschüre in die Hände gefallen, die über Cochlea-Implantate aufgeklärt hat. Durch diese Information war Ihnen schnell klar, wie es nach der Diagnose weiter gehen würde. Von Anfang an haben sich meine Eltern und Ärzte, die uns unterstützten, dafür eingesetzt, dass ich auch auf der zweiten Seite ein CI bekomme – das war damals nicht üblich. Da bis dahin noch nie jemand bilateral mit CIs versorgt wurde, dauerte es fast zwei weitere Jahre bis ich endlich auch auf der zweiten Seite operiert wurde – bis heute die beste Entscheidung meiner Eltern. Ich kann mir ein Leben ohne CIs gar nicht vorstellen. Ohne die Implantate wäre mein gesamtes Leben sicherlich schwieriger und anstrengender gewesen. Und damit meine ich nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Dank meiner CIs mussten sie sich nicht umstellen oder Gebärdensprache lernen – mein Leben ist einfach normal.

Auch wenn ich ohne CIs nicht hören kann, sehe ich sie nicht als Prothese an oder fühle mich behindert. Ich lasse mich in meinem Leben nicht einschränken und wenn ich auf eine Hürde treffe, setze ich alles daran, eine Lösung zu finden. Meine Taubheit war so gesehen auch „nur“ eine Hürde und mit den Implantaten konnte ich in reguläre Kindergarten, Schule und zur Uni gehen. Nach meinem Master möchte ich vielleicht sogar bei MED-EL anfangen, da mich die Technologie und die damit verbundenen Möglichleiten natürlich faszinieren. Ich habe sogar schon ein Praktikum gemacht – aber meine Berufsrichtung halte ich mir noch offen. So oder so, das Wichtigste ist: Ich weiß, ich habe viele Möglichkeiten, mein Leben zu gestalten.

Mein Leben mit Implantat

Wenn ich gefragt werde, wie sich mein Leben mit den Implantaten verändert hat, dann sage ich: Ich kann hören! So einfach, aber auch so komplex. Ich weiß nicht, wie mein Leben ohne Hörsinn aussehen würde. Mit diesem „was wäre wenn“  habe ich mich auch nie wirklich auseinander gesetzt. Mir ist allerdings bewusst, dass es für meine Eltern und meine Schwester eine große Umstellung gewesen wäre, plötzlich ein taubes Kind oder einen tauben Bruder zu haben. Heute ist telefonieren für mich genauso selbstverständlich wie Musik hören oder Sport machen. Ich spiele sogar in einer Mannschaft Rugby – da passe ich natürlich besonders auf meine CIs auf, ebenso wenn ich mal schwimmen gehe. Zum Glück gibt es ja Water Wear für mein CI, damit muss ich mich nicht mehr vom Wasser fernhalten.

Was die Cochlea-Implantate für mich verändert haben? Ich kann hören und so steht mir die ganze Welt offen.

Da ich bei den beiden OPs noch sehr jung war, erinnere ich mich nicht an ein Leben „vorher“. Ich erinnere mich auch nicht wirklich an die Hör-Reha, wobei ich davon ganz bestimmt sehr profitiert habe. Als Kind war ich in den Sprechstunden wohl nicht immer kooperativ, aber meine Schwester hat vermutlich auch sehr stark geholfen. Sie hat viel mit mir gespielt und gesprochen. Auch wenn ich mir manchmal eine längere Batterielaufzeit wünschen würde, gibt es auch Vorteile ein CI-Träger zu sein: Sobald ich abends die Audioprozessoren abnehme, stört mich so schnell nichts im Schlaf – egal ob nebenan Baustellenlärm dröhnt oder nicht.

Meine Aufgabe als HörPate

Ich möchte Menschen Mut machen und zeigen, wie super die MED-EL-Implantate funktionieren. Ich sehe das ganz einfach: Je mehr taube Menschen hören können, umso besser.

Mein wichtigster Tipp

Ich kann nicht mit einem Ohr. Es ist wirklich von unschätzbarem Wert, auf beiden Ohren gut zu hören. Nur so kann ich Gesprächen folgen und Geräusche richtig zuordnen.