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Robert

  • Ort:Ostrach, Deutschland
  • Über RobertImplantatnutzer
  • Art des Hörverlusts:Beidseitiger Hörverlust
    Progressiver Hörverlust
    Postlingualer Hörverlust
  • Hobbys:Radfahren, Tischtennis, Familie

Meine Hörgeschichte

Als Kind hatte ich häufig Mittelohrentzündungen. Leider war es in meiner Kindheit nicht üblich, deswegen jedes Mal einen Arzt aufzusuchen. So hörte ich allmählich schlechter. Erst als ich mit mittlerweile 45 Jahren in meinem Betrieb eine Zusatzausbildung zum Fachlageristen absolvierte, bemerkte ich, dass ich schlechter hörte. Der HNO-Arzt stellte fest, dass ich nur noch 40% meines Hörvermögens hatte und verschrieb mir meine ersten Hörgeräte. Die halfen mir sehr bei der Ausbildung, doch dennoch war ich nicht zufrieden. Ich konnte die Hörgeräte meist nur eine Stunde nutzen und musste sie dann wieder aufwändig reinigen. Nach sechs Jahren beantragte ich beim HNO-Arzt wieder neue Geräte, doch er erklärte mir, dass meine Gehörgänge zu eng wären. Dies war also der Grund für meine permanenten Probleme mit den Hörgeräten. Mein Arzt schlug mir als Alternative Cochlea-Implantate oder Mittelohrimplantate vor. Nach all den Jahren ohne zufriedenstellende Hörlösung keimte nun in mir die Hoffnung auf, dass ein Mittelohrimplantat bei mir funktionieren könnte.

Mein Leben mit Implantat

Ich wurde an die Klinik in Tübingen überwiesen, wo zahlreiche ausführliche Untersuchungen durchgeführt wurden. Danach stand fest, dass ich ein geeigneter Kandidat für das Mittelohrimplantat, die sogenannte Vibrant Soundbridge, war. Nun schöpfte ich wieder Hoffnung, leichter und besser kommunizieren zu können.

Mit meinem Mittelohrimplantat bin wieder ein Teil der Gesellschaft

Die Operation verlief problemlos, es traten absolut keine Schwierigkeiten auf. Nach vier Wochen war endlich der Termin für die Erstanpassung gekommen. Ich war die ganze Zeit voll freudiger Erwartung gewesen über das, was passieren würde. Und dann…Es war einfach nur ein WOW-Effekt, den ich nicht beschreiben kann. Überwältigend!

Die Auswirkungen der Implantation auf meinen Alltag, sowohl beruflich als auch privat, sind ausschließlich positiv, und das, obwohl ich nicht einmal auf Reha war. Meine Freunde und Bekannten hatten vor der Implantation mit mir gelitten, weil sie immer so laut reden mussten. Zuhause war der Fernseher stets viel zu laut gelaufen. Jetzt haben sich alle daran gewöhnt, dass ich eine Vibrant Soundbridge trage und sie sich wieder in normaler Lautstärke mit mir unterhalten können.

Ich genieße diese Unterhaltungen mit meiner Familie, die Treffen mit meinen Freunden, bei denen ich fast alles wieder verstehe; ich freue mich, dass ich wieder Musik hören kann, sogar mit ganz normalen Kopfhörern; ich stelle den Fernseher auf normale Lautstärke und kann den Inhalten gut folgen; ich bin glücklich über die bunte Geräuschkulisse, die ich beim Spazierengehen höre: Vogelstimmen, das Knacken von Zweigen unter meinen Füßen, all die Töne, die ich schon längst vergessen hatte. Aber das stärkste Gefühl, das mir die Vibrant Soundbridge vermittelte, ist es, endlich wieder ein Teil der Gesellschaft zu sein.

Bis Anfang 2019 hörte ich „mono“, im Frühjahr 2019 folgte dann die zweite Operation, sodass ich mittlerweile auf beiden Ohren mit einem Mittelohrimplantat versorgt bin.

Meine Aufgabe als HörPate

Vor meiner Implantation hatte ich nicht die Möglichkeit, mich so ausführlich zu informieren, wie es jetzt beim Hörpaten-Programm der Fall ist. Ich freue mich, meine Erfahrungen mit Menschen zu teilen, die auf das Hören angewiesen sind und die wieder besser hören wollen.

Mein wichtigster Tipp

Ich kann nur jedem Menschen, der dafür geeignet ist, die Vibrant Soundbridge aufs Wärmste empfehlen. Sie ist unkompliziert in der Handhabung und man hört überwältigend gut mit ihr!