Menü

Hörpatin Silke

  • Ort:Würzburg, DE
  • Über SilkeCochlea-Implantatnutzerin
  • Art des Hörverlusts:Beidseitiger Hörverlust
    Progressiver Hörverlust
    Postlingualer Hörverlust
  • Hobbys:Schwimmen

Meine Hörgeschichte

Ich war 28 Jahre alt als ich mein Gehör verlor. Das kam sehr plötzlich und traf mich vollkommen unvorbereitet. Am Wochenende hatte ich noch Musik gemacht und am Montag hörte ich nichts mehr – plötzlich war da nur noch Stille. In meinem Fall war die Taubheit ein Symptom einer sehr seltenen neurologischen Krankheit, die mich bis heute einschränkt. Die Erkrankung änderte mein Leben von einem Tag auf den andern. Ich war deshalb auch gezwungen, meinen Beruf als Sozialpädagogin aufzugeben.

Doch schon mit der endgültigen Diagnose meiner Taubheit kam ein Hoffnungsschimmer: Mein Arzt erklärte mir, was Hörimplantate zu leisten vermögen, und verwies mich an die Fachärzte in der Klinik in Würzburg. Ich habe mich dann für eine beidseitige Implantation von Cochlea-Implantaten entschieden, weil ich mich nicht damit abfinden wollte nichts mehr zu hören.

In der Zeit meiner Taubheit hatte ich tatsächlich vergessen, wie die Stimme meines Mannes klingt. Die Cochleaimplantate haben mir so unglaublich viel zurückgegeben.

Im Sommer 2009 ließ ich dann im Abstand von 6 Wochen in Würzburg auf beiden Seiten Cochlea-Implantate einsetzen. Durch intensives Hörtraining hat sich mein Hörvermögen nach der Operation beständig immer weiter verbessert. Ich habe daraufhin den Kontakt zu Implantat Trägern gesucht und der Dialog mit Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, war für mich sehr hilfreich.

Ich bin sehr dankbar, dass mich mein Umfeld auf meinem Weg immer sehr unterstützt hat. Dass ich heute, mit 36 Jahren, meinen Mann wieder hören kann, ist für mich ein unbeschreibliches Geschenk, denn es war lange unklar, ob ich überhaupt jemals wieder hören würde.

Mein Leben mit Implantat

Ich bin sehr glücklich mit meinen Cochlea-Implantaten, hatte aber anfangs zu hohe Erwartungen. Es ist nicht so, wie wenn man einen Schalter umlegt und dann wieder genauso hört wie vorher mit gesunden Ohren. Das gute Ergebnis musste ich mir erst mit sehr diszipliniertem Hörtraining erarbeiten. Für einen guten Start sind deshalb realistische, nicht zu hoch geschraubte Erwartungen wichtig. Eine CI-Selbsthilfegruppe hat mir geholfen, mich auf das Positive zu konzentrieren: Die Cochlea-Implantate haben mir meinen Hörsinn wiedergegeben. Der Austausch mit anderen Implantat Trägern hat mir sehr geholfen dies zu erkennen. Natürlich kann einem vor der Implantation niemand genau vermitteln wie sich das Hören mit Cochlea-Implantat anfühlt, denn bei jedem Patienten ist der Verlauf anders. Es hilft aber enorm dabei realistische Erwartungen für den Höreindruck zu entwickeln.

Ich habe während meiner Taubheit vergessen, wie die Stimme meines Mannes klingt. Als ich ihn dann endlich wieder hören könnte, war das sehr emotional. Schon dafür bin ich den Entwicklern von Hörimplantaten unendlich dankbar.

Heute kann ich meine Umwelt mit all ihren Eindrücken wahrnehmen. Wenn ich nach draußen auf die Straße gehe, ist das Leben wieder viel lebendiger. Ich höre Vögel zwitschern und Kinder lachen. Alltägliche Geräusche, die früher selbstverständlich waren, haben einen anderen Stellenwert für mich. Von Zeit zu Zeit bleibe ich auch einfach stehen und höre einer Fahrradklingel zu. Ich kann sogar wieder telefonieren und meine Lebensqualität ist deutlich gestiegen.

Meine Aufgabe als HörPatin

Für mich war und ist der Austausch mit CI-Trägern nach wie vor sehr wichtig und hat mir sehr bei der Entwicklung mit meinen Implantaten geholfen. Deshalb möchte ich in erster Linie Ansprechpartnerin für Menschen mit Hörverlust sein, meine Erfahrungen weitergeben und ihre Fragen beantworten.

Mein wichtigster Tipp

Realistische Erwartungen sind wichtig, denn ein Cochlea-Implantat ist keine Wunderheilung. Es ist ein Prozess, der viel Training und Motivation verlangt. Wenn man sich aber darauf einlässt, kommt der Hörsinn und mit ihm die Lebensqualität und -freude zurück.