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Hörpate Gerhard

  • Ort:Niedernhausen, Hessen
  • Über GerhardCochlea-Implantatnutzer
  • Art des Hörverlusts:Beidseitiger Hörverlust
    Progressiver Hörverlust
    Postlingualer Hörverlust
  • Hobbys:(Vor)lesen, Golfspielen, Konzerte besuchen

Meine Hörgeschichte

Mit 30 Jahren bestanden meine Kollegen darauf, dass ich wegen meines schlechter werdenden Gehörs zum Hörgeräteakustiker gehe. Dieser bestätigte mir, was viele Menschen in meiner Umgebung bereits ahnten und verordnete mir damals, in den frühen 1980er-Jahren, Hörgeräte. Ich kam viele Jahre lang gut damit zurecht, auch im Beruf, in dem ich viele Jahre lang in leitender Position bzw. selbständig tätig war. Leider verschlechterte sich mein Hörvermögen mit zunehmendem Alter deutlich.

Mit Anfang 60 war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich fast nichts mehr verstand und die Hörgeräte nichts mehr halfen. Dadurch erkrankte ich an einem Burnout und schlitterte in eine Depression.

Durch die Cochlea-Implantate habe ich wieder mehr Spaß und Freude am Leben. Das ist unbezahlbar. CI tragen macht einfach Laune!

Mein niedergelassener HNO-Arzt Dr. Striedter machte mich auf das CI aufmerksam. 2014 wagte ich den Schritt und ließ mich auf meinem linken Ohr in Mainz implantieren.

Die Operation verlief komplikationslos, obwohl ich damals bereits 62 Jahre alt war. Vier Jahre später ließ ich mich auf der rechten Seite in Wiesbaden implantieren – beide Male übrigens vom selben Chirurgen, meinem Lieblingsarzt Dr. Torsten Mewes. Nach diesem Eingriff verspürte ich kurzzeitig Schwindel, das waren aber auch schon alle Nebenwirkungen.

Mein Leben mit Implantat

Ich machte weder nach dem ersten CI noch unmittelbar nach dem zweiten eine stationäre Reha. Allerdings wurde mir nun, fast fünf Jahre nach meiner Erstversorgung, eine stationäre Reha genehmigt, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Da ich vor meiner ersten Implantation, in der Zeit, als ich kaum mehr kommunizieren konnte, mit Depressionen zu kämpfen hatte, gründete ich 2014 eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen, Ängsten und Blockaden. In dieser bin ich auch heute noch aktiv. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich als Vorleser in Schulen, Alten- und Behindertenheimen. Diese Tätigkeit könnte ich ohne meine zwei Implantate nicht ausüben.

Ich möchte nicht mehr auf meine CIs verzichten, denn meine Kommunikation mit allen Menschen, egal ob privat oder geschäftlich, ist seither einfach sensationell. Ich bin jetzt in Rente, betreibe aber nebenbei einen Kunsthandel. Dafür ist gutes Hören unerlässlich. Ein weiterer Vorteil: bei meinem Hobby, dem Golfen, höre ich jetzt auch wieder, wenn ein Spieler hinter mir warnend F O R E schreit. Auch Konzerte besuche ich mit meinem „neuen Gehör“ wieder, das Musikhören empfinde ich als total angenehm.

Ich habe durch das CI wieder mehr Spaß und Freude am Leben bekommen, das ist verdammt viel wert. CI-Tragen macht einfach Laune, das kann ich stets aufs Neue betonen!

Meine Aufgabe als HörPate

Ich bin für meine Cochlea-Implantate sehr dankbar und möchte meine Erlebnisse, aber auch meine Euphorie teilen. Ich hoffe, jene Menschen unterstützen und beraten zu können, die noch vor der Entscheidung CI ja oder nein stehen, die noch unsicher sind oder die Fragen haben.

Mein wichtigster Tipp

Wieder hören können ist ein spannendes Abenteuer. Wer fast nichts mehr versteht, kommt an einem CI nicht vorbei. Helfen kann man sich nur selber. Doch die neugewonnene Lebensfreude ist einfach unbezahlbar.