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Hans-Peter

  • Ort:Leutkirch im Allgäu DE
  • Über Hans-PeterMittelohrimplantatnutzer
  • Art des Hörverlusts:Beidseitiger
    Erworbener
    Postlingualer Hörverlust
  • Hobbys:Musizieren, Fußball, Motorrad, Freunde treffen

Meine Hörgeschichte

Im Kindergarten fiel mein Hörverlust zum ersten Mal auf, weil ich nicht reagierte, wenn ich angesprochen wurde. Der HNO-Arzt bestätigte meine Schwerhörigkeit, die außerdem von häufigen Mittelohrentzündungen begleitet war. Diese entstanden durch ein Cholesteatom, das der HNO-Arzt am linken Ohr diagnostizierte, als ich etwa 12 Jahre alt war.

Nach der Entfernung des Cholesteatoms versuchten die Ärzte, mit einer Gehörknöchelchen-Prothese und einem normalen Hörgerät mein Hörvermögen auf dem linken Ohr zu verbessern. Diese Versuche blieben leider trotz mehrerer Operationen erfolglos.  

Allmählich merkte ich die Nachteile meiner Schwerhörigkeit. Ich konnte oft an Gesprächen in Gruppen nicht teilnehmen, konnte ihnen nicht folgen. Wenn ich etwas falsch verstand und entsprechend falsche Antworten gab, wurde ich oft lächerlich gemacht. Ich fühlte mich teilweise isoliert.

Bei einer Nachsorgeuntersuchung am Bundeswehrkrankenhaus (BWK) Ulm machte mich einer der Ärzte auf die Möglichkeit eines Mittelohrimplantats aufmerksam. Diese „Vibrant Soundbridge“ weckte mein Interesse. Ich begann auf Eigeninitiative, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, da mein eigener HNO-Arzt davon noch nichts gehört hatte. Nach den Voruntersuchungen, bestärkt von meiner Familie, ließ ich mich 2011 am BWK im Alter von 26 Jahren links implantieren. Zwei Jahre später wurde auch das rechte Ohr versorgt.

Mein Leben mit Implantat

Die Operation und der Heilungsprozess verliefen normal und ohne nennenswerte Probleme. Bis zur Erstanpassung dauerte es 8 Wochen. Das Ergebnis war erfreulich: Mit der Vibrant Soundbridge genieße ich einen tollen, natürlichen Klang und ich genieße die Tatsache, dass ich kein Passstück im Gehörgang trage. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Hörgerät ist der Tragekomfort des Audioprozessors sehr hoch.

Es ist eine komplett andere Welt, wieder besser zu hören!

Ich kann aktiv an Gesprächen teilnehmen, weil ich viel besser verstehe. Das gleiche gilt natürlich fürs Fernsehen und Kino, fürs Telefonieren und für Besprechungen. Das Gefühl der Isolation ist einem höheren Zugehörigkeitsgefühl gewichen. Allerdings merke ich auch, dass das System bei der Schwere meines Hörverlusts an seine Grenzen kommt.

Vorsichtshalber trage ich meinen Audioprozessor beim Fußballspielen nicht, weil ich Angst habe, ihn dabei zu verlieren oder durch Schweiß zu beschädigen. Es gibt zwar ein eigenes Stirnband für Sport, aber bei hohen Temperaturen ist es mir zu warm.

Das Musizieren im Musikverein klappt mit meinen Mittelohrimplantaten auch wunderbar.

Meine Aufgabe als Hörpate

Ich möchte andere Menschen mit Hörverlust ermuntern, die Technik, die es heute gibt, unbedingt zu nutzen.

Mein wichtigster Tipp

Es ist eine komplett andere Welt, plötzlich wieder besser zu hören. Habt den Mut und nutzt die Möglichkeiten, die es gibt!