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Hildegard

  • Ort:Frankfurt, DE
  • Über HildegardKnochenleitungsimplantatnutzerin
  • Art des Hörverlusts:Progressiv
    Postlingual
  • Hobbys:Musizieren Musik Reisen

Meine Hörgeschichte

Mitte der 1960-er Jahre, als ich noch ein Kind war, wurde ich wegen einer Mittelohrentzündung am Ohr operiert (Mastoidektomie). Im Anschluss an diese Operation wurde nie ein Hörtest durchgeführt. Während meiner Ausbildung zur Krankenschwester keimte zum ersten Mal der Verdacht auf, dass ich auf dem rechten Ohr schlecht höre. Da es mich jedoch nicht einschränkte, beachtete ich dieses Manko nicht weiter. Ich absolvierte meine Ausbildungen zur Kranken- und Operationskrankenschwester, gründete eine Familie, schulte zur MTLA um und arbeitete erst 20 Jahre im Labor, bevor ich in die Industrie wechselte. Als First Level Support in der Gesundheitssparte von Siemens arbeite ich viel mit dem Headset. Nachdem ich meine Kollegen nicht mehr verstehen konnte, wenn ich das Headset aufgezogen hatte, obwohl es nur einseitig war, beobachtete ich mich selbst sehr genau. Und kam zu dem Schluss, dass ich einen Hörtest machen musste. Dieser ergab, dass ich rechts schon sehr schlecht hörte. Nach einer plastischen Operation des Mittelohrs war mein Gehör besser - allerdings nur kurze Zeit. Durch ein medizinisches Journal wurde ich auf das „Haus des Hörens“ in Oldenburg aufmerksam. Dort empfahl man mir für meine Schallleitungsschwerhörigkeit eine Knochenleitungs-Hörhilfe. Mit einem Testgerät bekam ich sofort einen Eindruck, wie es ist, mit zwei Ohren zu hören – und war begeistert. Die Krankenkasse allerdings nicht, sie lehnte meinen Antrag zuerst ab. Doch dank meiner Beharrlichkeit und der Unterstützung des Akustikers und des HNO-Primars Professor Stöver von der Uni-Klinik Frankfurt erhielt ich schließlich die Kostenzusage. Mit 61 Jahren bekam ich mein Knochenleitungsimplantat, die Bonebridge.

Mein Leben mit Implantat

Seit der Operation kann ich räumlich hören. Dadurch kann ich mich viel besser mit meinen Arbeitskollegen unterhalten, auch wenn ich den Kopfhörer über meinem „guten“ Ohr trage. In der Familie verstehe ich meine Enkeltochter wesentlich besser.

Direkt nach der Implantation dauerte es ein wenig, bis wir die ideale Einstellung gefunden hatten. Zuerst waren nämlich manche Frequenzen zu laut verstärkt. Mittlerweile empfinde ich nur mehr das Schreien meiner Enkelsöhne als etwas unangenehm, aber das wäre auch ohne Bonebridge nicht anders.

„Seit ich räumlich hören kann, bin ich besser in die Kommunikation eingebunden“

Musik spielt für mich eine große Rolle, sie ist praktisch überlebenswichtig. Ich beherrsche einige Musikinstrumente, nämlich Blockflöte, Violine, Klarinette, Gitarre, Raffele und Okarina. Zither lerne ich gerade. Auf meinen regelmäßigen Reisen nach Tirol spiele ich mit Freunden traditionelle Tiroler Volksmusik. Als Leiterin von drei Blockflötengruppen höre ich dank Knochenleitungsimplantat besser, welche der Mitglieder Schwierigkeiten haben, ohne dass ich darauf achten muss, dass alle anderen links von mir spielen.

Meine Aufgabe als HörPatin

Ich möchte Menschen an meinen Erfahrungen zum Hören mittels Knochenleitung teilhaben lassen und sie in ihrer Entscheidung für ein besseres Hören unterstützen.

Mein wichtigster Tipp

Gerade in unserer stark visuellen Welt von heute ist Hören immens wichtig. Räumliches Hören gehört dazu. Niemand sollte darauf verzichten müssen.