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Horst-Werner

  • Ort:Averlak, Dithmarschen (Schleswig-Holstein)
  • Über Horst-WernerImplantatnutzer
  • Art des Hörverlusts:Progressiv
    Postlingual
  • Hobbys:Musik hören, Modellbau, Handwerken, Garten und Tiere

Meine Hörgeschichte

Als Kind, Anfang der 1970-er Jahre ließen meine schulischen Leistungen zu wünschen übrig und wir suchten nach der Ursache dafür. Bald bestätigte der damalige Landesarzt für Hörbehinderte in Hamburg die Vermutung, dass ich schlecht höre. Ich wechselte auf eine Schule für Hörgeschädigte in Hamburg und erhielt später auf beiden Seiten Hörgeräte. Mit Hörgeräten lebte ich über vierzig Jahre und arbeitete nach meinem Studium erfolgreich als Sozialarbeiter. Irgendwann, so um die Jahrtausendwende, konnte ich zwar noch hören, aber kaum mehr etwas verstehen. Für mich bedeutete das einen enormen Hörstress, und durch das Nichtverstehen-Können schlitterte ich letztendlich ins Burnout. An der Bosenberg-Klinik in St. Wendel reifte dann 2011 die Entscheidung zum Cochlea-Implantat.

Mein Leben mit Implantat

Bei der Erstanpassung klang die Stimme meiner Frau völlig fremd. Doch schnell führte mich eine sehr empathische Logopädin an das Hören von neuen Geräuschen, deren Differenzierung und dann an das Sprachverständnis heran. Der Erfolg überzeugte mich so sehr, dass ich mich ein Jahr später auch am zweiten Ohr implantieren ließ.

Mittlerweile habe ich wieder großen Spaß am Kommunizieren, am Smalltalk und der Leichtigkeit des Verstehens. Hören funktioniert ohne Anstrengung, ich bekomme problemlos die Gespräche anderer Menschen mit und kann meine Meinung kundtun. Sogar Wortspielereien bereiten mir wieder Freude. Meine neueste Errungenschaft ist das Musikhören, das mich begeistert!

„Mit meinen Hörimplantaten bin ich mittendrin und nicht nur irgendwie dabei“

Übrigens trage ich eines meiner zwei CIs auch nachts. Es ermöglicht mir zu reagieren, wenn zum Beispiel unser Kater ins Haus will. Ich übernehme Verantwortung, die ich in dieser Form bisher nicht kannte und die bisher immer meine Frau allein tragen musste.

Die Cochlea-Implantate hatten zwar keinen Einfluss mehr auf meine berufliche Laufbahn, aber umso mehr auf mein Leben als Rentner. Ich fühle mich wie neugeboren und schätze den Wert des Hörens und die Lebensqualität, die damit verbunden ist. Ich bin mittendrin im Leben und nehme aktiv daran teil.

 

Meine Aufgabe als Hörpate

Ich habe durch meine Hörschädigung sehr viel Lebenserfahrung gesammelt. Gepaart mit meinem fachlichen Know-How als Sozialarbeiter möchte ich diese Erfahrungen weitergeben. Ich möchte anderen Mut machen, sich einzulassen auf das Abenteuer „CI“. Und damit auf ein neues Leben, die Leichtigkeit des Seins und Hörens.

Mein wichtigster Tipp

Mut zur Individualität! Hören ist eine sehr individuelle Sache, jeder geht anders damit um. Wichtig ist es, sich Zeit zu nehmen für das, was ICH wahrnehme.