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Stefan

  • Ort:Dortmund
  • Über StefanCochlea-Implantatnutzer
  • Art des Hörverlusts:beidseitig
    Progressiv
    Postlingual
  • Hobbys:Musik, Computerspiele

Meine Hörgeschichte

Als ich 16 Jahre war, glaubten meine Pflegeeltern, dass ich nur das höre, was ich will. Diese Vermutung ist bei Jugendlichen prinzipiell nicht aus der Luft gegriffen, doch bei mir lag der Grund an einer zunehmenden Schwerhörigkeit. Zwei Jahre später hatte sich diese weiter verschlechtert. Der Hörverlust kam für mich nicht völlig unerwartet, er ist genetisch bedingt. Auch meine Schwester verlor in der Pubertät allmählich ihr Gehör und ist mittlerweile ebenfalls beidseitig mit Cochlea-Implantaten versorgt. Ich wusste also ab meinen ersten Hörgeräten, dass irgendwann der Tag kommen würde, an dem ich aufwache und nichts mehr hören würde. Die CIs haben mir diese „Sorge“ abgenommen. Dennoch wollte ich lange nicht von meinen Hochleistungs-Hörgeräten loslassen. Aber mit 34 Jahren war es schließlich Zeit für mein erstes Cochlea-Implantat. Mein zweites folgte ein Jahr später.

Mein Leben mit Implantat

Die Implantate haben mein Leben durchwegs positiv beeinflusst. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt. In meinem Job als IT-Systemanalytiker profitiere ich ebenfalls sehr, weil ich nicht mehr jeden Gesprächspartner sehen muss, sondern einfach hören kann, ohne Stress und Angst, etwas falsch zu verstehen.

Meine Reha absolvierte ich ambulant in meiner Cochlea-Implantat Klinik in Dortmund. Anfangs hörte sich alles wie ein „ü“ an, und ich fand es schwierig, die Selbstlaute voneinander zu unterscheiden. Doch mit der Reha lernte ich sehr schnell, diese Feinheiten auseinanderzuhalten.

„Ich muss nicht mehr jeden sehen, mit dem ich spreche, sondern kann einfach und stressfrei hören!“

Ich wagte mich auch wieder an die Musik, die ich schon früher geliebt hatte. Ich genieße es heute, alles, von Klassik bis Modern, zu hören. Sogar aktiv musiziere ich wieder. Das Keyboardspielen hatte ich zwar erlernt, doch mittlerweile sind meine Finger dafür nicht mehr „weich“ genug. Stattdessen wechselte ich zum Gesang und trainiere meine Stimme fleißig.

Meine Aufgabe als Hörpate

Ich möchte anderen Betroffenen helfen, ihren Weg zurück – oder erstmals – in die Welt der Geräusche zu gehen.

Mein wichtigster Tipp

Wartet nicht zu lange. Je mehr man sich noch an die eigentlichen „Klänge“ erinnert, desto einfacher ist der Weg zum Wieder-Hören.