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Hoerverlust-durch-Stress

Ursachen von Schwerhörigkeit

Durchschnittlich eins von 1.000 Kindern wird in Deutschland jedes Jahr taub geboren. Eine Hörbeeinträchtigung kann bereits wenige Tage nach der Geburt beim sogenannten Neugeborenen-Hörscreening diagnostiziert werden. 
Bei Auffälligkeiten folgen weitere Untersuchungen des Gehörs. Die frühe Überprüfung des Hörvermögens bei Neugeborenen ist deshalb so wichtig, weil Hören essentiell für das Erlernen von Sprache ist. Krankheiten, Unfälle, aber auch ein allmählich schlechter werdendes Hörvermögen können ebenfalls zu Gehörlosigkeit führen.

Es gibt viele Ursachen für Schwerhörigkeit. Sie kann vorübergehend auftreten, etwa durch ein Knalltrauma oder einen Hörsturz, aber auch dauerhaft sein. Hörverlust kann bereits von Geburt an bestehen (angeborener Hörverlust) oder zu einem späteren Zeitpunkt auftreten (erworbener Hörverlust). Es können beide Ohren, aber auch nur ein Ohr betroffen sein. Gründe für die Schwerhörigkeit können im gesamten Ohrbereich (Außen-, Mittel- und Innenohr sowie Hörnerv und Hörzentrum im Gehirn) zu finden sein. Der Hals-Nasen-Ohren Arzt/die HNO-Ärztin kann die Ursache für die Schwerhörigkeit feststellen. Die Therapie hängt von der Art der Schwerhörigkeit und deren Schweregrad ab.

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Die häufigsten Ursachen für eine angeborene Schwerhörigkeit sind:

  • Genetische Ursachen (bei ca. 50 % der gehörlos geborenen Kinder ist die Ursache genetisch bedingt)
  • Komplikationen während der Schwangerschaft (durch Infektionen wie Röteln, Cytomegalovirus (CMV) und Toxoplasmose) oder Medikamente, die das Gehör des Ungeborenen schädigen können
  • Fehlbildungen des Ohres
 

Die häufigsten Ursachen für erworbene Schwerhörigkeit hingegen sind:

  • Krankheiten, zum Beispiel Mumps, Masern, Gehirnhautentzündung oder schwere Gelbsucht
  • Frühgeburt
  • Chronische Ohrentzündungen, etwa Mittelohrentzündungen oder Paukenergüsse
  • Schädelverletzungen nach Unfällen
  • Langanhaltender und starker Lärm
  • Hörsturz
  • Der natürliche Alterungsprozess
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” Ich bin dankbar, dass ich meinen Enkel wieder hören kann. ”

Peter, Eberswalde, Brandenburg, DE Kontaktiere Peter

” Ich bin dankbar, dass ich meinen Enkel wieder hören kann. ”

Peter, Eberswalde, Brandenburg, DE Kontaktiere Peter

Hörverlust im Alter

Der allgemeine Alterungsprozess kann zu einem Hörverlust führen. Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko für die Altersschwerhörigkeit, auch Presbyakusis genannt. Betroffene hören zu Anfang vor allem hohe Töne schlechter. In der Regel wird Altersschwerhörigkeit mit Hilfe eines Hörgerätes behandelt, in manchen Fällen reicht das allerdings nicht aus. Dann kann ein Hörimplantat eine Lösung sein. Allgemein ist es wichtig, Altersschwerhörigkeit möglichst früh zu behandeln, um die Lebensqualität zu erhalten und Folgen wie sozialen Rückzug zu verhindern.

 

Mögliche Ursachen für Hörverlust im Alter sind:

  • Natürlicher Alterungsprozess
  • Familiäre Veranlagung
  • Schädigende Faktoren wie Lärm und Nikotin
  • Diabetes
  • Hohe Cholesterinwerte

Lärm als Ursache für Hörverlust

Neben natürlichen Alterungsprozessen kann das Gehör auch durch Lärm geschädigt werden. Hörverlust durch Lärm entsteht entweder durch ein einmaliges Ereignis (Knalltrauma) oder durch dauerhaften Lärm.
Bei einem Knalltrauma wird das Gehör durch hohen Schalldruck nachhaltig geschädigt. Eine Explosion beispielsweis geht nicht nur mit einem lauten Geräusch, sondern auch mit einer entsprechenden Druckwelle einher. Dadurch können die empfindlichen Haarzellen in der Cochlea beschädigt werden. In schweren Fällen kann ein Cochlea-Implantat helfen.
Auch dauerhafter Lärm, beispielsweise im Beruf oder durch die Dauerbeschallung mit Kopfhörern bei zu hoher Lautstärke, kann zu Hörverlust führen.
Ungeborene können den Lärm von außen ab der 20. Woche hören. Schwangere sollten daher Lärm nach Möglichkeit meiden.

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Hörsturz – Hörverlust durch Stress

Sowohl körperliche als auch seelische Vorgänge haben Auswirkungen auf das Hörvermögen. Bei einem plötzlichen Verlust des Hörvermögens (Hörsturz) kann beispielsweise Stress der Auslöser sein. Das Stresshormon Adrenalin lässt die kleinen Blutgefäße im Ohr verkrampfen, was zu einer Durchblutungsstörung im Ohr führt. Diese Durchblutungsstörung kann sich durch einen plötzlich auftretenden Hörverlust oder durch ein Rauschen und Pfeifen im Ohr (Tinnitus) äußern.
Bei Verdacht auf einen Hörsturz sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.