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Die HörPaten beraten gerne bei Hörschwierigkeiten

Wieder hören ist möglich!

19.November.2019

Der Hörsinn ist unter bestimmten Bedingungen ersetzbar

Es geht oft schleichend. Der Hörsinn verabschiedet sich still und leise und man bemerkt es selbst nur langsam. Plötzlich versteht man sein Gegenüber nicht mehr deutlich, muss den Fernseher lauter stellen oder wird von herannahenden Autos auf der Straße überrascht, die man nicht gehört hat. Wie wichtig unser Hörsinn ist, merkt man oft erst, wenn er nicht mehr richtig funktioniert. Aber – mit schlechtem Hören muss man sich nicht abfinden. Moderne Hörimplantate können hochgradig schwerhörigen Menschen das Hören wieder ermöglichen und eine Lösung sein, wenn Hörgeräte nicht mehr helfen.  Auch taub geborene Kinder können mit Hilfe von Hörimplantaten ein Leben in der hörenden Welt führen.

 

So funktioniert der Hörsinn

Der Hörsinn ist bisher der einzige menschliche Sinn, der unter bestimmten Bedingungen ersetzt werden kann. Was im ersten Moment unglaublich klingt, ist dank modernster Medizintechnik heute möglich – und die Operation mittlerweile ein Routineeingriff. Um zu verstehen, wie das Hören mit Hörimplantat funktioniert, hilft es, die Anatomie des Ohres zu verstehen.

 

Auf dem Weg zum Hören muss der Schall mehrere Stationen des Ohres durchlaufen:

  • Außenohr: Über die Ohrmuschel nimmt das Außenohr Schallwellen auf und überträgt sie über den Gehörgang zum Trommelfell, einer dünnen Membranhaut. Das Trommelfell kann man sich sozusagen als Pforte zum Mittelohr vorstellen.
  • Mittelohr: Durch die Schallwellen beginnt das Trommelfell zu schwingen und setzt die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel in Bewegung. Sie verstärken die mechanisch eingehenden Impulse und übertragen sie an das Innenohr.
  • Innenohr: Dort liegt die Hörschnecke, oder auch Cochlea genannt. In der Cochlea werden die mechanischen Schwingungen mit Hilfe feiner Haarzellen in elektrische Signale umgewandelt. Diese werden über den Hörnerv ans Gehirn weitergeleitet und dort in Sprache, Töne oder Geräusche umgewandelt.

 

Kommt es zu Störungen dieses komplexen Vorgangs, kann man nur schlecht bzw. gar nicht hören. Je nachdem welcher Teil des Ohres betroffen ist, gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten und Hörlösungen.

 

Warum verliert man das Gehör?

Schwerhörigkeit ist eine der häufigsten Sinnesstörungen beim Menschen und bereits ab dem 50. Lebensjahr, manchmal auch früher, kann das Hörvermögen altersbedingt abnehmen. Die sensiblen Haarzellen im Innenohr sterben mit der Zeit ab und können Signale nicht mehr weiterleiten. Aber auch Dauerbelastungen wie Lärm oder übermäßiger Stress können zu einem Hörsturz oder zu einer Minderung des Hörvermögens führen. Erkrankungen, Infektionen oder Unfälle, die Teile des Außen-, Mittel- oder Innenohrs beschädigen, sind ebenfalls mögliche Ursachen. Werden Kinder taub geboren, liegt oft eine genetisch vererbte Schwerhörigkeit vor. Hörimplantate können sowohl für Kinder als auch für Erwachsene eine Lösung sein, nach oben gibt es keine Altersgrenze.

 

Diese unterschiedlichen Arten der Schwerhörigkeit gibt es:

Schwerhörigkeit ist nicht gleich Schwerhörigkeit. Je nachdem welcher Teil des Sinnesorgans betroffen ist, spricht man von unterschiedlichen Arten:

  • Schallleitungsschwerhörigkeit: Das Außen- und/oder Mittelohr sind beschädigt und können den Schall nicht richtig ans Innenohr weiterleiten.
  • Schallempfindungsschwerhörigkeit: Die mikroskopisch kleinen Sinneszellen in der Cochlea, die sogenannten Haarzellen, die normalerweise mechanische Schwingungen in elektrische Impulse umwandeln, sind beschädigt.
  • Kombinierte Schwerhörigkeit: Hier liegt eine Kombination von Schallleitungsschwerhörigkeit und Schallempfindungsschwerhörigkeit vor.
  • Neuraler Hörverlust: Der Hörnerv ist beschädigt oder überhaupt nicht vorhanden.

 

Hörgerät oder Implantat? Diese Therapien gibt es bei Hörverlust

Je nachdem welcher Teil des Ohres betroffen ist, unterscheidet sich die Behandlung. Die Therapieansätze reichen von Medikamenten über Hörgeräte bis hin zu operativen Behandlungsmöglichkeiten.

Während klassische Hörgeräte den einkommenden Schall lediglich verstärken, können Hörimplantate selbst dann eine Lösung sein, wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen oder keine Wirkung zeigen. Bei einer neuralen oder hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit kommen beispielsweise Cochlea-Implantate zum Einsatz, denn die feinen Haarzellen lassen sich nicht regenerieren. Ist das Mittelohr betroffen, können Knochenleitungsimplantate das Hören wieder ermöglichen und selbst wenn der Hörnerv ganz fehlt, kann ein sogenanntes Hirnstammimplantat eine Lösung sein.

 

Hörsinn wieder herstellen? So funktionieren Cochlea-Implantate und andere Hörimplantate

Cochlea-Implantate nehmen den Schall mithilfe eines Mikrofons auf, codieren diesen und übertragen ihn durch eine Elektrode in der Hörschnecke an den Hörnerv. Von dort aus wird der Reiz ans Hörzentrum des Gehirns weitergeleitet und dort als Geräusche, Sprache oder Töne wahrgenommen. Ein Cochlea-Implantat übernimmt sozusagen die Umwandlung von mechanischen in elektrische Reize, wenn die Haarzellen in der Cochlea beschädigt sind oder ganz fehlen, denn sind die Haarzellen beschädigt, können sie nicht regeneriert werden. Knochenleitungsimplantate hingegen machen sich die natürliche Schallleitungsfähigkeit von Knochen zunutze und bei einem Hirnstammimplantat wird der fehlende Hörnerv durch das Implantat ersetzt.

Hörimplantate bestehen aus zwei Komponenten – einem externen und einem internen Teil. Der interne Teil bzw. das Implantat selbst, liegt hinter dem Ohr unter der Haut und wird in einem operativen Eingriff eingesetzt. Der externe Teil, der Audioprozessor, ist mit einem Mikrophon ausgestattet und sendet die Hörreize an das Implantat.

Haben Sie Fragen zum Leben mit Cochlea-Implantat oder anderen Hörimplantaten?

HörPaten sind selbst Implantatnutzer und können aus ihrer ganz persönlichen Perspektive über ihre Erfahrungen mit Hörimplantaten berichten. Sie stehen ihnen als Ansprechpartner im Entscheidungsprozess zur Verfügung und freuen sich auf Ihre Fragen.

 

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